Ausgabe: April 1999
Europäische Datenbank: Frauen in Führungspositionen
erfaßt Frauen in politischen Führungspositionen aus allen
EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. Sie ist über das Internet
abrufbar unter http://www.db-decision.de und
enthält Informationen zu
- Politikerinnen in nationalen und regionalen Regierungen, Parlamenten und Ausschüssen,
- Frauen im Europaparlament, der EU-Kommission und ausgewählten EU-Institutionen sowie
- individuelle Daten der Politkerinnen.
Ab 1998 werden Frauen aus dem Finanzwesen (Banken und Versicherungen)
einbezogen.
Die Datenbank wird ständig aktualisiert und bietet, insbesondere vor
und nach Wahlen, Analysen an. Dazu arbeitet das FrauenComputerZentrumBerlin (FCZB) http://www.fczb.de mit Partnerinnen aus allen
EU-Mitgliedstaaten zusammen, ab 1998 auch mit Expertinnen aus den EWR-Staaten sowie
osteuropäischen Ländern.
© Almut Borggrefe, FCZB FrauenComputerZentrumBerlin
contact: Almut Borggrefe. FZB. Cuvrystr. 1, D-10997 Berlin. ph:
+49.(0)30.617 970-21. telecopie: +49.(0)30.617 970-10. e-mail: borggrefe@fczb.de
EUROFOCUS neue Quelle für das elektronische Mitteilungsblatt
Europaeische Angelegenheiten
Mit Beginn dieser Ausgabe werten wir EUROFOCUS
(http://europa.eu.int/comm/dg10/eurofocus/index_en.html)
für das Mitteilungsblatt aus. Es handelt sich um eine wertvolle Informationsquelle
der Europäischen Kommission. Auch wenn viele der Meldungen nicht mit Sozialfragen befasst
sind, gibt das Informationsinstrument doch auch viele Hinweise auf Entwicklungen, neue
Bestimmungen etc. im Sozialbereich und mit Blick auf den EU-Integrationsprocess insgesamt.
Die Bedeutung liegt nicht nur in den Inhalten der Meldung, sondern auch in der zügigen
Verbreitung.
Hilfe zur Arbeit
Im Rahmen der Politik des ESF und der Beschäftigungsinitiative, wie
sie vom Sondergipfel in Luxemburg beschlossen wurde, spielen in der einen oder anderen
Form auch wenn vielfach unter anderem Namen Konzepte eine Rolle, die in der
Bundesrepublik unter dem Nahmen Hilfe zur Arbeit bekannt und im BSHG geregelt
sind. Eine umfangreiche und kritische Analyse liegt zu solchen Maßnahmen in der
Bundesrepublik mit der Schrift Hilfe zur Arbeit. Analyse der Wirksamkeit öffentlich
geförderter Beschäftigung für SozialhilfeempfängerInnen vor. Sie ist
veröffentlicht in der Grauen Reihe der Hans Böckler Stiftung und wurde erstellt von Lisa
Böckmann-Schewe und Anne Röhrig (Graue Reihe, Neue Folge 131 der Hans
Böckler Stiftung; Düsseldorf 1997., 187 Seiten).
Es wird auf die Gefahr hingewiesen, dass sich mit der Umsetzung solcher
Maßnahmen die Sozialämter zu Arbeitsämtern für Arme (61) entwickeln.
Angesprochen werden die verschiedenen Schwächen der Maßnahmen. Beispielsweise wird auf
den teilweise eingesetzten Zwang verweisen, der hiermit verbunden ist; dass Ziel ist in
solchen Fällen nicht die Hilfe für die Betroffenen, sondern die Erzielung von
Einsparungen bei den Unterstützungsleistungen eine gravierende Fehlentwicklung
nach der Einschätzung der Autorinnen. Es wird beispielsweise auch darauf hingewiesen,
dass die Maßnahmen haeufig an den Bedürfnissen von Frauen vorbeigehen und somit eine
Integration dieser Betroffenengruppe kaum erreicht werden kann, obwohl und dies
gilt für beide Geschlechtergruppen davon auszugehen ist, dass eine "starke
Eigenmotivation der HilfeempfängerInnen, den Sozialhilfebezug zu überwinden und von
staatlicher Förderung unabhängig den Lebensunterhalt zu bestreiten" (50) besteht.
Hingewiesen wird auch darauf, dass die Integration in den Arbeitsmarkt
nur ein Ziel unter anderem sein kann. "Zentrale Momente neben dem unmittelbaren
Erfolg der beruflichen (Re/)Integration sind für die TeilnehmerInnen von Maßnahmen die
Stärkung des Selbstwertgefühls, der Zugewinn an Selbstvertrauen, die Bestätigung von
Fähigkeiten und die soziale Integration durch Beschäftigung. Auch wenn eine Maßnahme
nicht den Weg in den regulären Arbeitsmarkt eröffnet, ist es für die TeilnehmerInnen
beispielsweise ein wichtiges Ergebnis, dass sie ihren Status verändern können. Der
zumindest vorübergehende Bezug eines eigenen Einkommens und die darauf
folgenden Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung sind aus subjektiver Sicht sehr
wichtig: Sie bedeuten den Übergang von Alimentierung und sozialer Stigmatisierung hin zu
Eigenleistung und gesellschaftlicher Anerkennung. Die Sozialhilfeabhängigkeit bezieht
sich in vielen Fällen auf ganze Familien, so dass die durch Hilfe zur
Arbeit-Maßnahmen erreichte berufliche und soziale Stabilisierung einen größeren
Wirkungsradius hat. Diese Ergebnisse der Hilfe zur Arbeit sollten nicht gering
geschätzt werden, denn vielfach mobilisiert die Teilnahme auch die verlorengegangenen
Selbsthilfepotentiale. Weiterhin sind über Hilfe zur Arbeit der Erhalt sowie
ein Aus- und Aufbau von Fähigkeiten möglich, die die Chance auf eine spätere
Beschäftigung und Erwerbstätigkeit beinhalten." (59)
In diesem Sinn ist die mehrfache Betonung wichtig, die sich in dem Buch
findet: Ausgangspunkt muss die Lage der Betroffenen und ihre Einbeziehung in den Prozess
der Entwicklung von Maßnahmen sein.
Kontakt: Hans Böckler Stiftung. Mitbestimmungs-, Forschungs- und
Studienförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Abteilung Öffentlichkeitsarbeit
/Publikationen. Gunter-Begenau@boeckler.de
Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge hat in
seinem Eigenverlag eine Schrift mit ähnlicher Ausrichtung angekündigt:
Hilfe zur Arbeit und kommunale Beschaeftigungspolitik - Zwischenbilanz
und Perspektiven. Dokumentation einer Fachtagung des Deutschen Vereins fuer
oeffentliche und private Fuersorge. Zusammengestellt und bearbeitet von
Petra Fuchs und Matthias Schulze-Böing. Frankfurt/M.: Eigenverlag des
Deutschen Vereins fuer oeffentliche und private Fuersorge, 1999. ca. 140 S..
Schriften Allgemeinen Inhalts (SAI) 37. kart.. DM 37.60 fuer
Nicht-Mitglieder / DM 19.80 fuer Mitglieder
EURO konkret Ratgeber für Arbeit, Konsum, Wohnen
Dies ist der Titel einer Broschüre, die vom Deutschen
Gewerkschaftsbund, der Deutschen Angestellten Gewerkschaft, dem deutschen Mieterbund und
der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände herausgegeben wurde. Die Breite dieses
Kreises lässt eine Vielzahl von praxisnahen Tips erwarten so verspricht zumindest
die Ankündigung. Erhältlich sind die Informationen u.a. bei den DGB-Kreisbüros sowie
den Verbraucherberatungen.
Weitere Informationen und Ratgeber in der BRD finden sich hinsichtlich
der Einführung des EURO unter folgenden Adressen:
Umstellungen von Tarifverträgen, Betriebsvereinbarungen und
Arbeitsverträgen: Deutscher Gewerkschaftsbund, Bundesvorstand. Hans-Böckler-Strasse
39. 40476 Düsseldorf. Ph.: 0211/4301311. Telecopie 0211.4301111. URL: http://www.dgb.de
Währungsumstellung: Aktionsgemeinschaft Euro. Poppelsdorfer Allee
44. 53115 Bonn. Euro-Bürgertelefon: 0180.3212002. URL: http://www.aktionsgemeinschaft-euro.de
Wohnen, Arbeiten, Studieren in den Mitgliedsländern der EU: Info-hotline
europa Direkt. Ph.: 0130/850400. Bürgerberatung der Europäischen Kommission.
Bertha-von-Suttner-Platz 2-4. 53111 Bonn. Ph.: 0228/5300929. Telecopie: 0228/630343
Europa die Debatte über die Asylfrage
Die Ausgabe 113, Bd. 2 (Winter 1998) der Zeitschrift Flüchtlinge des Hohen Kommissars
für Flüchtlingsfragen der Vereinten Nationen hat sich als Themenheft den Fragen der
Migration und des Asyls in Europa gewidmet. Die Zeitschrift kann bezogen werden unter der
Anschrift: UNCHR. Postfach 2500. CH-1211 Genf 2. Schweiz
Integration
von MigrantInnen eine Aufgabe auch für die Stadtteilarbeit
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Nordrhein-Westfalen führte
in Zusammenarbeit mit dem Planerladen e.V., gefördert durch das Ministerium
für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes NRW am
13.November 1977 eine Fachtagung unter dem Titel Migrant/Innen im Stadtteil. Lokale
Perspektiven gegen soziale Ausgrenzung und Benachteiligung durch.
Nunmehr ist eine Dokumentation dieser Tagung erschienen.
Hervorgehoben wird zunächst, dass die Problematik durch zumindest zwei
grundlegende Aspekte gekennzeichnet ist: Erstens muss geklärt werden, was man unter
Integration verstehen will. "Die vorhandenen Auffassungen von Integration weisen
entscheidende Unterschiede auf und reichen von Vorstellungen von einer vollständigen
Anpassung der Zuwanderergruppe und die hiesige Gesellschaft (Assimilation) bis
hin zu einem Nebeneinander verschiedenster Teilgesellschaften ohne Anspruch der
Aufnahmegesellschaft, gewisse Wert- und Normsysteme verbindlich vorzugeben
(Multikulturalismus). Zweitens gilt grundsätzlich, dass die Rahmenbedingungen
für die Arbeit mit MigrantInnen einschneidend auf zentraler politischer Ebene, als durch
die Bundesebene, bestimmt sind.
Dies als Ausgangspunkt nehmend, zeigen die Beiträge der Dokumentation
vielfältige Aspekte der Arbeit für und insbesondere mit MigrantInnen auf, die im Bereich
der Sozialarbeit und Sozialpädagogik sowie im Bereich einer übergeordneten
Kommunalpolitik eine wichtige Rolle zur Verbesserung der Situation spielen können. Dabei
geht es sowohl um die unmittelbare Verbesserung der Situation der Betroffenen als auch um
die Entspannung des Verhältnisses zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen.
Bezug: Paritätische Verlagsgesellschaft mbH. Heinrich-Hoffmann-Strasse
3. FRG 60528 Frankfurt/M. Ph.: +49.(0)69.6706255. Telecopie: + 49.(0)69.6706207.
e-mail: verlag@paeritaet.org
Sozial-integrative Gestaltung der Informationsgesellschaft
An die Vision der Informationsgesellschaft knüpfen sich von Anfang an
sowohl große Hoffnungen auf gesellschaftlichen Fortschritt als auch Befürchtungen
wachsender sozialer Ungleichheit, Abhängigkeit und Spaltung, wie sie etwa mit dem
Schlagwort der "Zweidrittelgesellschaft" zum Ausdruck gebracht werden. Anzeichen
einer drohenden Kluft zwischen einer Klasse von "information-rich" und
"information-poor" kündigen sich nicht nur in der höchst ungleichen sozialen
Struktur der Internet-Nutzung an. Zugleich erheben die vielfach lancierten Initiativen und
Programme zur Entfaltung einer Informationsgesellschaft auf einzelstaatlicher wie
supranationaler, insbesondere auf EU-Ebene einen politischen Gestaltungsanspruch
zugunsten wirtschaftlicher ebenso wie sozialer Wohlfahrtssteigerung. Die kürzlich
abgeschlossene Studie "Sozial integrative Gestaltung der
Informationsgesellschaft" konzentrierte sich auf die vergleichsweise wenig
untersuchte soziale Dimension dieser Zielsetzung und entwickelte, von internationalen
Strategien und Projektansätzen ausgehend, Handlungsoptionen für Österreichs Politik.
Dieser Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Verkehr war in
Kooperation mit der Vereinigung regionaler Telematik-Initiativen in Österreich (APTA)
durchgeführt worden und von der Intention getragen, einer möglichen Verstärkung
gesellschaftlicher Segmentierung und sozialer Desintegration aufgrund ungleicher Chancen
beim Zugang sowie bei der Nutzung neuer Medien, Dienste und Informationsquellen
gegenzusteuern.
Das dazu entwickelte Integrationskonzept stützt sich auf einen
umfassenden Ansatz: auf einer eher defensiven Ebene wird zum einen auf den Abbau
verschiedener Zugangsbarrieren zur Informationsinfrastruktur (soziokulturelle,
technische, ökonomische, rechtliche), zum anderen auf diverse Nutzungsbarrieren
(mangelnde Medienkompetenz, körperliche Einschränkungen, Angebotsdefizite) abgestellt.
Darüber hinaus zielt ein offensives Verständnis sozialer Integration auf das
Potential neuer Medien ab, die Teilhabe benachteiligter Gruppen an den sozialen Chancen in
wesentlichen Lebensbereichen (Arbeit, Gesundheit, Bildung, Gemeinschaft, Bürgerschaft)
aktiv zu befördern bzw. bestehende Benachteiligungen auszugleichen. Dies legt nahe, bei
proaktiven Strategien neben der allgemeinen Bevölkerung besonders spezielle Risikogruppen
wie Personen mit geringem Einkommen, geringer Bildung oder bestimmten Behinderungen,
Arbeitslose, ältere Menschen und Frauen, Bewohner peripherer Regionen, ethnische
Minoritäten und soziale Randgruppen zu berücksichtigen.
Die Orientierung an Integrationszielen wurde einerseits in
internationalen Politikansätzen insbesondere in der Entwicklung der
telekommunikationsbezogenen Universaldienstpolitik der USA und der EU untersucht,
andererseits in einer breiten Palette von Telematik-Projekten und -Initiativen mit
sozial-integrativer Komponente. Ein Vergleich mit dem (vom Projektpartner APTA erhobenen)
Stand derartiger Projekte und Initiativen in Österreich weist auf eine bislang nur
schwach ausgeprägte Ausrichtung auf spezielle Risikogruppen und eine Konzentration auf
einige wenige Bereiche hin: Bildung/Qualifikationsvermittlung,
Telearbeit/Regionalentwicklung sowie Stadt- und Regionalinformationssysteme.
Die Analyse legt eine Reihe von Politikvorschlägen für Österreich
nahe, die, auf drei Interventionsebenen bezogen, in folgende Richtung gehen:
- In der Universaldienstpolitik sollten vorhandene Interpretationsspielräume zur
Erweiterung der Universaldienste offensiv genutzt und deren finanzielle Absicherung über
einen Universaldienstfonds angestrebt werden. Ergänzend dazu sind kurzfristige
Einzelmaßnahmen wie z.B. die Errichtung öffentlicher (Online)-Zugangsmöglichkeiten zu
elektronischen Informationsdiensten zu treffen. Dabei sollte die Finanzierungsoption als
besondere Versorgungsaufgabe mit in Betracht gezogen werden.
- Im Bereich der Projektförderung der Telematikpolitik sollten neben der Sicherstellung
von Infrastukturfunktionen (z. B. laufend aktualisierte Informationsbasis, Verstärkung
von Koordination und Kooperation, Evaluation und Qualitätskontrolle) vor allem
verschiedene Projektlinien zur Förderung spezieller Risikogruppen (ältere Menschen,
Behinderte, Frauen, ethnische Minderheiten, Arbeitslose, Personen mit geringem Einkommen,
Bewohner peripherer Regionen und soziale Randgruppen) forciert werden.
- Notwendige politische und gesetzliche Begleitmaßnahmen betreffen insbesondere die
Bereiche Infrastruktur (öffentliche Zugangspunkte), Bildung (Medienkompetenz des
Lehrpersonals, neue Medien in der Erwachsenenbildung), Sozialpolitik (behindertengerechte
Standards) und Sicherheit (Datenschutz- und verschlüsselung).
Eine sozial integrative Ausformung der Informationsgesellschaft bedingt
einen Konsens darüber, die in den einzelnen Bereichen notwendigen Maßnahmen einzuleiten
und die damit verbundenen Kosten auch zu tragen. In einem weiteren Sinn beschränken sich
diese zusätzlichen Kosten nicht auf den Bereich Informations- und
Kommunikationstechnologie. Da zumindest auf absehbare Zeit ein erheblicher Teil der
Bevölkerung auch bei bestem Bemühen nur eingeschränkt an der Informations gesellschaft
partizipieren können wird, ist gleichermaßen in die Aufrechterhaltung und den Ausbau von
nicht informationstechnisch vermittelten Zugängen zu wohlfahrtsentscheidenden Ressourcen
zu investieren.
© Georg Aichholzer und Johann Cas. Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA).
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien
Institute of Technology Assessment (ITA)
Austrian Academy of Sciences
Postgasse 7/4/309
A-1010 Vienna
Tel.: ++43 1 515 81 - 591
Fax: ++43 1 513 11 45
Email: aich@oeaw.ac.at
http://www.oeaw.ac.at/~ita/
Arbeitsmarkt und Migration in der EU (link zu SOCIAL SECURITY: Towards user-friendly,
frontier-free schemes auf dieser Seite)
Eine lang ausstehende Untersuchung wurde vom Institut für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vorgelegt. Mealnie Kiehl und Heinz Werner legen einige
zentrale Daten über "die Arbeitsmarktsituation von EU-Bürgern und Angehörigen von
Drittstaaten in der EU" vor und kommen zu dem eindeutigen Ergebnis: "Auch in den
EU-Mitgliedstaaten sind Ausländer betreffende Regelungen sehr unterschiedlich, wobei
Bürger der EU als Ausländer wegen der Freizügigkeitsregelung eine Sonderstellung
genießen. Wie bereits eingangs erwähnt, war eines der wichtigsten Ziele, die die
Europäische Union seit ihrer Gründung verfolgt, der Abbau von rechtlichen sowie weiteren
institutionellen Beschränkungen der Mobilität von Arbeitskräften. Trotzdem ist
Migration innerhalb der EU vergleichsweise gering geblieben." (8) Angehörige dieser
Gruppe stehen auf den Arbeitsmärkten zwischen den Inländern und den weitaus schlechter
gestellten Angehörigen der sogenannten Drittstaatenangehörigen.
Melanie Kiehl/Heinz Werner: Die Arbeitsmarktsituation von EU-Bürgern
und Angehörigen von Drittstaaten in der EU; IAB-werkstattbericht. No. 7/98; Nürnberg:
Institut fuer Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt fuer Arbeit, 1998
(kostenpflichtige Veröffentlichung)
Contact: Intsitut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Frau Gertraud
Endlich. Regensburger Strasse 104. FRG 90478 Nürnberg. Ph.: +49.(0)911.1793025.
Telecopie: +49.(0)911.1793258. e-mail: gertraud.endlich@iab.de
Eine Kurzfassung kann von der homepage des IAB (http://www.iab.de/) abgerufen werden.
Neue Arbeit im Dritten Sektor (NETS-Projekt)
Ein Europäischer Vergleich in Deutschland, Italien und Spanien
Gegenstand:
NETS ist ein Forschungsverbund zwischen Italien (Rom -
Koordination), Spanien (Barcelona) und Deutschland (Bremen) und wird im Rahmen des
"Targeted Socio-Economic Research Programme" (TSER) von der Europäischen
Kommission gefördert. Laufzeit: Jan. 1998 - Dez. 1999
Ziel:
Erforschung von Beschäftigungspotentialen im
"Dritten Sektor" (intermediärer Bereich zwischen Markt, Staat und informellen
Netzen) im europäischen Ländervergleich.
Ausgangspunkt ist die Analyse des Ausmaßes und der Bedingungen, unter
denen der "Dritte Sektor" Erwerbstätige gegen Entlohnung beschäftigt
("erster Arbeitsmarkt"), schwer vermittelbare Arbeitskräfte qualifiziert und
Arbeitslose wieder in ein Beschäftigungsverhältnis zurückbringt ("zweiter
Arbeitsmarkt") oder unbezahlte Tätigkeiten auf freiwilliger Basis ermöglicht und
organisiert ("Freiwilligenarbeit").
Untersucht wird,
- ob und in welchem Umfang im "Dritten Sektor" tatsächlich bisher nicht
erschlossene Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden sind,
- auf welchen Wegen Arbeitsplätze geschaffen werden können bzw. das Problem der
Massenarbeitslosigkeit gelöst oder in seinen Auswirkungen gemindert werden kann,
- ob und wie freiwillige Organisationen ihrer besonderen sozial-integrativen Funktion auch
künftig zu entsprechen vermögen.
Die ersten Ergebnisse der Befragung von Organisationen des Dritten
Sektors in Italien, Spanien und Deutschland wurden bereits auf nationalen Foren im
November / Dezember 1998 vorgestellt und diskutiert. Eine abschließende Präsentation der
Ergebnisse wird auf einem Forum im Herbst 1999 in Brüssel stattfinden
Projektleitung: Prof. Dr. Rudolph Bauer
Stichworte:
Dritter Sektor, Arbeitslosigkeit / Erwerbsarbeit, Freiwilligenarbeit /
"Ehrenamt", Arbeitsmarktpolitik; Deutschland, Italien, Spanien
Veröffentlichungen / Werkstattberichte:
Die folgenden Werkstattberichte sowie die englische
Version des Fragebogens können von der Website der italienischen
Projektkoordinatoren heruntergeladen werden:
Dort ist auch eine Discussion group eingerichtet, an der sich
Interessierte gerne beteiligen können
- Lunaria / University of Rome "La Sapienza" (ed.): Third Sector in Europe -
Overview and Analysis, by Antonio Bonetti, Martina Ianizzotto, Leo Nascia, Giulio Ruffo,
with contributions by Rudolph Bauer, Sigrid Betzelt, and the Spain team. Rome, March 1998
- University of Bremen, Institute of Local Social Policy and Non-Profit Organistions
(ed.): Review of present policies in Germany. Bremen, April 1998
- Lunaria / University of Rome "La Sapienza" (ed.): Review of present policies
in Italy. Rome, March 1998
- Fundació Ferrer i Guàrdia (ed.): Review of present policies in Spain. Economic,
juridical and labour framework of the third sector in Spain. Barcelona, April 1998
Kontakt: Dipl.Soz. Sigrid Betzelt. Universität Bremen. FB 11: Human- und Gesundheitswissenschaften.
Institut für Lokale Sozialpolitik und Nonprofit-Organisationen. Postfach 33 04 40.D-28334
Bremen. Tel.: +49.(0)421.218-9067/-2577. Fax: + 49.(0)421.218-7218 .E-mail: sbetzelt@uni-bremen.de
ENOS - EUROPEAN NETWORK OF OCCUPATIONAL SOCIAL WORK
Auf Grund einer Initiative niederländischer Kollegen und Kolleginnen trafen sich 1987
erstmals BetriebssozialarbeiterInnen aus ganz Europa.
Im Hinblick auf die anzustrebende Harmonisierung der Sozialgesetzgebung und angesichts
der sich rasant entwickelnden Mobilität von Arbeitskräften wurde die Idee geboren, ein
europäisches Netzwerk aufzubauen, damit Betriebssozialarbeiter/innen der verschiedenen
Länder, die mit Arbeitsproblemen konfrontiert sind, sich gegenseitig kennenlernen und
über Ziele und Methoden ihrer Arbeit kommunizieren können.
Beim Gründungstreffen vom 12. bis 14. September 1990 in Loosdrecht, Holland, kamen 27
betriebliche Sozialarbeiter/innen sowie Hochschuldozenten für Sozialarbeit aus 6 Ländern
zusammen.
Absicht war der persönliche Kontakt sowie der themenorientierte Informationsaustausch
unter den Sozialarbeiter/innen der verschiedenen Länder. Man war sich einig, dass es
nicht um das Ziel gehen sollte, die Betriebssozialarbeit der verschiedenen europäischen
Länder zu harmonisieren, sondern in erster Linie Unterschiede in Auffassung und
Bedingungen kennenzulernen und gemeinsame oder je verschiedene Probleme aus dem jeweiligen
kulturellen und sozialpolitischen Hintergrund heraus zu erörtern.
Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt wurde regelmäßig im 1,5-Jahres-Rhythmus eine
Konferenz einberufen, die jeweils in einem anderen europäischen Land stattfand:
1991 in Portugal, 1993 in der Schweiz, 1995 in Griechenland, 1996 in Frankreich und
1998 in Schweden (1999 findet die Konferenz in Irland und 2001 in Deutschland statt).
Die bisherigen Konferenzthemen waren:
Betriebssozialarbeit aus interdisziplinärer Perspektive ("OSW as an
interdisciplinary Perspective"), Betriebssozialarbeit im Mahlstrom von Reorganisation
(OSW in the Maelstream of Reorganisation"), Betriebssozialarbeit als Präperator von
(Vor-)Ruhestandsregelungen (OSW in the Preparation of (Early-)Retirement), Soziale
Kohäsion am Arbeitsplatz (Social Kohesion In The Workplace") und "Veränderung
und Umgang mit Veränderung" ("Change And Coping").
Das Thema der Konferenz in Irland wird sich mit der Sozialgesetzgebung als Grundlage
für OSW (Occupational Social Work) befassen, in Deutschland wird es um einen gemeinsamen
europäischen Minimalkonsens von OSW gehen.
Mitglied des Netzwerks kann jede/r betriebliche Sozialarbeiter/in aus jedem
europäischen Land werden. Gegenwärtig vertreten sind die Länder Deutschland,
Frankreich, Griechenland, Irland, Israel, Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden und
Schweiz.
Eine korporative Mitgliedschaft ist nicht vorgesehen.
Der gegenwärtige Jahresmitgliedsbeitrag beträgt 35 $.
In sporadischer Folge erhalten die Mitglieder Rundbriefe mit Informationen.
Im Verlauf jeder Konferenz findet ein ,General Meeting statt, bei dem u.a. der
Finanzhaushalt verabschiedet wird und das Koordinations-Komitee gewählt wird, das eine/n
Vertreter/in aus jedem Land hat. Dieses Koordinations-Komitee ist verantwortlich für den
Informationsfluss sowie die Organisation einer nächsten Tagung.
ENOS sieht sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu nationalen
Sozialarbeits-Verbänden.
Ausführliche Tagungsberichte, Statuten sowie Beitrittsformulare können beim
ENOS-Zentralsekretariat (c/o Verena Hufschmid, MOVIS AG, Postfach, CH 8032 Zürich -
eMail: MOVIS@access.ch) oder beim deutschen Koordinator (Hans-Jürgen Appelt, Grüner
Brunnenweg 92, D 50827 Köln - eMail: hjappelt.pe@t-online.de) angefordert werden. Die
homepage von ENOS kann unter www.enos.demon.nl aufgerufen werden.
Sozialarbeit in Europa state of the art
Ria Puhl/Udo Maas (Hrsg.): Soziale Arbeit in Europa.
Organisationsstrukturen, Arbeitsfelder und Methoden im Vergleich. Weinheim/München:
Juventa, 1997. 212 Seiten. Br. ISBN 3 7799 0753 4. DM/sFR 29.80. öS 218.00
Soziale Arbeit dies gilt wohl für die meisten
Sozialwissenschaften in Theorie und Praxis hat es nicht leicht. Einerseits ist zwar
jedem zumindest aus der Profession klar, was mit der Wissenschafts- oder Berufsbezeichnung
gemeint ist. Andererseits aber lassen sich puritanische Maßstäbe nicht anwenden
immer spielt etwas Kulturwissenschaft, Ökonomie, Geschichte und freilich auch Politik in
die Konzeptionsentwicklung und praktische Arbeit mit hinein. Und zu allem Überfluß wird
die Situation in der heutigen Zeit eng mit dieser allgemeinen Problematik verbunden
noch dadurch kompliziert, daß die internationale Dimension eine zunehmende Rolle
spielt. Gerade der Integrationsprozeß im Europäischen Raum stellt eine unmittelbare
Herausforderung dar. Grenzüberschreitungen für Professionelle werden immer leichter,
Erfahrungsaustausch erhält neue Impulse zu dessen praktischen Realisierung und soziale
Probleme und Herausforderungen, die im Grunde nie so recht vor nationalstaatlichen Grenzen
Halt machten, brechen nun auch die letzten Hemmnisse für eine freie Verbreitung
auch wenn dies in der offiziellen EU-Politik (d.h. vor allem den Festsetzungen durch den
Rat) mit ihrer Orientierung auf die vier Grundfreiheiten nicht so recht realisiert wird.
Allerdings: auch die Profession selbst tut sich schwer, die zunehmende Herausforderung
aufzugreifen, und so sind Kenntnisse und gar Debatten über den state of the art in
anderen Ländern doch eher begrenzt. Gute Gründe gibt es hierfür: der
Erfahrungsaustausch ist eben doch noch auf nur wenige Personen begrenzt, Sprachgrenzen
stellen eine vielfach unüberwindliche Grenze dar, bei der vielfach eine vermeintliche
Kenntnis der anderen Sprache eher dazu verleitet, Mißverständnisse zu evozieren als
wirklich Einblicke zu ermöglichen.
Dankbar ist die Veröffentlichung des hier vorgestellten Buches
aufzunehmen, welches einiges Licht in die Dämmerung zu bringen vermag. Grundsätzlich
gilt, daß die Herausgeberin und der Herausgeber sich nicht damit begnügt haben, Texte zu
sammeln und zusammenzufügen, sondern in der Auswahl der AutorInnnen und der
vorbereitenden Absprache mit ihnen Sorgfalt walten ließen. Zum einen schlägt sich dies
darin nieder, daß die sprachlichen Schwierigkeiten gut bewältigt wurden. Sprachkenntnis
war nicht reduziert auf das Wissen von translation, sondern umfaßte bei den
VerfasserInnen auch das ungeheuer wichtige Element der interpretation ein
Aspekt, der leider so oft bei der Vorlage von Texten aus dem/über das Ausland
vernachlässigt wird. Zum anderen folgen die einzelnen Aufsätze einem einheitlichen
Gliederungsschema, welches echte Vergleichbarkeit ermöglicht, ohne aber zu einem
Reduktionismus auf Formalia zu führen. Leitfragen für die Einzelarbeiten waren:
- Geschichtliche Entwicklung
- Grundzüge der sozialpolitischen Gegebenheiten
- Träger und Organisationsstrukturen
- Wichtige Arbeitsfelder und ihre Rechtsgrundlagen
- Methoden und Arbeitsansätze
- Aktuelle Probleme
- Berufliche Stellung der Fachkräfte
- Ausbildung.
Diese Bereiche werden für Italien, Österreich, Frankreich, Spanien,
Schweden, die Niederlande, Großbritannien, Finnland und die Schweiz behandelt.
Sicher, manche Beiträge scheinen sich in einzelnen Fragen zu sehr ins
Detail zu vertiefen und zu sehr auf aktuelle Fragen zu kaprizieren, während andere
wirklich das jeweilige nationale System verstehbar, begreifbar machen sie gehen
mehr auf die historischen Hintergründe und Wirkungsmechanismen ein, die dann aktuelle
Entwicklungen viel leichter und vor allem intensiver verstehbar machen. Aber insgesamt ist
es gerade letzteres, was den Wert dieses Buches ausmacht, denn es ist eben wichtig, neben
dem Blick auf die aktuellen Auseinandersetzungen z.B. in Frankreich eben auch den
Hintergrund zu begreifen, der sich zurück verfolgen läßt bis hin zur Revolution, bis
hin zum Wechsel von der auf Gnade gegründeten Politik hin zu einer Politik, die soziale
Rechte ins Zentrum setzt. Erst wenn sich auf diese Weise auch der besonderen Stellung des
französischen Staates nähert, kann man verstehen, worum es bei aktuellen Fragen auch der
(Stellung der) Sozialarbeit eigentlich geht. Und wie wichtig sind solche Momente, die
vielfach nicht wahrgenommen werden, gerade in Berufen, die unmittelbar und primär mit
Menschen zu tun haben im jeweiligen Lande liegen sie gleichsam im Blut, beim Blick
von Außen scheinen sie zu geringfügig, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Eine solche
Facette, die im Buch behandelt wird, ist die Einordnung der Sozialarbeit in Österreich in
ein allgemeines nicht gerade förderliches Bewußtseinsklima: Eine
"Bereitschaft zur Solidarität mit Notleidenden" (64) konterkariert durch den
Umstand, daß "in Österreich die Haltung gegenüber Randgruppen und solchen
Menschen, denen in irgendeiner Form Mitverschulden an der eigenen Situation zu Recht oder
zu Unrecht angelastet wird, sehr kritisch und manchmal durchaus feindselig." (65) Und
diese Haltung, so Wilfing, der Autor dieses Abschnittes über Österreich, wird ins
politische übertragen, namentlich gegen das rote Wien, das sich durch eine
beispielhafte Sozialpolitik (diese ist in Österreich Angelegenheit der Länder)
auszeichnet, gerichtet. Ist dieser Zusammenhang schon bedeutsam, um die Lage zu verstehen,
so reicht er aber nicht aus, denn die zumindest teilweise ausgleichende Wirkung der
allgemein ausgeprägten Kompromißbereitschaft muß eben auch berücksichtigt werden.
Ausgearbeitet werden auch in den einzelnen Beiträgen die
unterschiedlichen Trägerstrukturen, die einen Blick auf die verschieden stark
ausgeprägte Rolle der einzelnen Akteure ermöglichen. Damit in Zusammenhang wird
teils indirekt auch das Verständnis über die unterschiedliche Bedeutung der
einzelnen Handlungsfelder, in denen die Sozialarbeit zum Zuge kommt oder aber auch
unberücksichtigt bleibt. Leider wird in diesem Zusammenhang der Blick auf die Rolle der
Gewerkschaften im Gesamtrahmen der Sozialpolitik nur wenig thematisiert. Gleiches gilt
für andere Träger, die zwar hinsichtlich ihrer Rolle als Implementeure von Sozialarbeit,
nicht aber bezüglich ihrer Rolle im Prozeß des policy making betrachtet werden. Dies
hängt wohl mit dem schwierigen Verhältnis zwischen eben Sozialarbeit und Sozialpolitik
zusammen vielleicht ist es wirklich eine eigene Arbeit, diese Zusammenhänge
auszuleuchten.
Das Buch ist eine große Hilfe für Jede(n), die/der sich in die
Vergleichslandschaft begeben will. Hilfreich sind dabei auch weitere Hinweise, die im
Anhang gegeben werden: Adressen, Fachwörterbücher und Fachzeitschriften werden für die
einzelnen Länder aufgeführt und ergänzen so die Informationen der Einzelabschnitte mit
Ansatzpunkten für die eigene Weiterarbeit. Und Weiterarbeit ist sicherlich erforderlich
nicht nur weil die sozialen Professionen sonst zu leicht eine Entwicklung
verschlafen, die sie später kaum mehr einholen können. Weiterarbeit ist auch
erforderlich, da trotz der hervorragenden Bearbeitung auch in sprachlich-kultureller
Hinsicht viele Zusammenhänge eben weiterer Vergegenwärtigung bedürfen. So wird mit
einer nahezu unglaublichen Selbstverständlichkeit im Abschnitt über Frankreich der
Staat den Departments gegenübergestellt. Auch wenn beispielsweise
im Deutschen insofern bekannt ist, daß auch hier die kommunale und regionale Ebene nur
begrenzt in ihrer Staatlichkeit wahrgenommen wird, so ist doch für den westlichen
Nachbarn der BRD etwas anderes hiermit verbunden; Kennt man etwas mehr den historischen
Hintergrund Jacobinismus und Zentralismus sind nur zwei Stichworte , kann man
auch die Einstellung der Bevölkerung zum Saat besser verstehen und damit die
unterschiedlichen Ebenen eben des Staates, i.e. den Zentralstaat und die Departments,
besser verstehen.
Die Einarbeitung in solche Fragestellungen, der Blick über die
nationalen Grenzen hinweg ist primär freilich für jene von Bedeutung, die sich auf die
internationale Ebene beziehen, sei es, daß sie unmittelbar Praxisaustausch anstreben, sei
es, daß sie selbst die Arbeit in einem anderen Land aufnehmen oder in der Ausbildung
fördern wollen. Allerdings ist die Arbeit auch unabhängig von solchen Ambitionen
interessant, denn die Auseinandersetzung mit den Bedingungen in anderen Ländern fördert
auch die Reflection der eigenen Situation und ihrer Bedingungen und intensiviert sie in
ungemeinem Maß.
Eine Forderung läßt sich sicherlich über den nationalen Rahmen
hinaus und auf alle Länder im Einzelnen beziehen: "Einerseits wird sie (die
Sozialarbeit, P.H.) wegen der hohen Kosten kritisiert, andererseits, aufgrund wachsender
Probleme wie Arbeitslosigkeit, der Alterspyramide, der Drogenproblematik u.v.a.m. immer
häufiger gefordert. Einige sehen in dieser Entwicklung das Scheitern des Sozialstaates.
Andere sehen nur die Notwendigkeit der Optimierung der Mittelvergabe. Am wichtigsten aber
wäre mit Sicherheit eine klare Definition der Solidarität." (89)© Peter Herrmann,
ESOSC
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