Treffpunkt SozialarbeitNewsletter Europa
English introduction
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Ausgaben:
 
Post Dr. Peter Herrmann
- Leiter des Instituts:
European Social Organisational
and Science Consultancy (ESOSC);
The Jasnaja Poljana; Clonmoyle;
Aghabullogue; Co. Cork; Ireland
 
Post Christoph Kusche
- Leiter der Arbeitsstelle:
Sozialarbeit in Europa
Fachbereich Sozialwesen
Fachhochschule Nordostniedersachsen
Lüneburg, Germany
 
Ideen, Anliegen?
 

Einleitende Worte

Sozialarbeit in Europa

unter diesem Stichwort soll versucht werden, Anregungen zur Entwicklung eines europäischen Professionsbewußtseins zu diskutieren, Materialien verfügbar zu machen und Standpunkte zu dokumentieren.

Soweit es nicht die Harmonisierung des ökonomischen Sektors betrifft, fehlt in der Diskussion um die europäische Union die soziale Dimension weitgehend. Es wird Zeit, daß sich die Profession in die europäische Debatte einmischt, damit die zu erwartende Diskussion um Modelle einer europäischen Sozialunion bzw. einer Sozialpolitik nicht nur als flankierender Sozialschutz unter ökonomischen Vorzeichen verhandelt wird. Dazu freilich muß die Profession zunächst einmal selbst eine Position erarbeiten – und später dann auch weiterentwickeln. 

Für die Profession bleibt nunmehr die Frage, welche sozialstaatlichen Modelle sich in der EU mehrheitlich durchsetzen werden, in welcher Weise Aufgaben Europaweit geregelt werden, welchen Spielraum die nationalen Regierungen behalten und welche Rolle dem professionellen Handeln der Sozialarbeit in diesem Geflecht zugewiesen wird bzw. welchen Platz sie sich darin erkämpft. Setzen sich Formen der zuschußfinanzierten Hilfeleistung von Freiwilligen und ihrer entsprechenden Laienorganisationen durch oder – werden martwirtschaftlichen Ideen entsprechend – freiberufliche und auf Gewinn abzielende Modelle die zukünftige Praxis bestimmen? Die Hoffnung, daß sich eine sozialstaatliche Sozialarbeit herausbildet, die sich sozialer Gerechtigkeit und ethischen Prinzipen unterordnet sowie mit rechtsstaatlichen Garantien ausgerüstet ist und sich öffentlich legitimieren kann, klingt im Moment mehr als optimistisch. Die Orientierung an Modellen wie dem skandinavischen oder rheinischen allein wird keine ausreichende Zukunftsperspektive bieten. Mehr noch: Soziale Probleme treten zunehmend als transnationale auf. Im Rahmen globalisierter (internationaler) Ökonomie, gleichen sich auch die Probleme und Folgen - vor allem auch durch den zu erwartenden einheitlichen Währungsraum Eu ropaweit an. Sozialarbeit hat sich dieser sozialpolitischen Herausforderung zu stellen. Angefangen bei der Forderung nach einer europäischem Sozialunion, bis hin zu Rolle der Sozialarbeit in einem europäischen Gesellschaftsmodell, beginnt erst ein Nachdenken in der Profession. Eigentlich ist es schon zu spät, daß die Profession die Herausforderung angenommen hat. Die Vorstellungen, die bereits jetzt die Agenda bestimmen, drehen sich vor allem bestehende Verteilungsspielräume, um "Sozialstaats-Modelle" und wenig nur um die originären Anliegen der sozialen Professionen. Gleichwohl ist es noch eine offene Frage, ob nun damit eine unmittelbare Standardisierung sozialer Dienstleistungen gewünscht oder gefordert wird oder die Chance besteht, aus den unterschiedlichen nationalen Erfahrungen, die besten Modelle in verschiedenen nationalen Kontexten auszuprobieren – die Entscheidung darüber wird ohne Einmischung der Profession mit Sicherheit fachfremd entschieden werden. 

Offene Fragen gibt es genügend: hier ist der Raum, Anworten zu versuchen! 

Interessierte sind eingeladen,

  • sich an der Debatte zu beteiligen;
  • Kurzinformationen zu Veranstaltungen, neuen Entscheidungen, Programmen, Finanzierungsquellen und Entwicklungen abzurufen;
  • Objektbeschreibungen zu verfolgen;
  • Hinweise auf Veröffentlichungen und Kurzrezensionen zu lesen.
Dr. Peter Herrmann     Christoph Kusche

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